Ein Umluftventilator im Gewächshaus ist ein Gerät, das die Luft unter der geschlossenen Abdeckung kontinuierlich in Bewegung hält und dadurch Temperatur und Luftfeuchtigkeit an allen Stellen ausgleicht. Er arbeitet unabhängig von Heizung oder Lüftungsfenstern; seine Aufgabe besteht nicht darin, die Luft zu erwärmen oder zu kühlen, sondern die vorhandene Luft auf die Höhe der Pflanzen zu bringen. Bleibt die Luft in einem geschlossenen Gewächshaus unbewegt, bildet sich eine Schichtung: Warme Luft steigt zum Dach, während sich in Bodennähe eine kühlere und feuchtere Zone bildet. Ein Umluftventilator wird genau dazu eingesetzt, diese Schichtung aufzubrechen.

In der Praxis gibt es zwei grundlegende Ansätze. In kleinen und mittelgroßen Gewächshäusern werden klein dimensionierte horizontale Umluftventilatoren unter dem Dach eingesetzt, während in modernen Gewächshäusern mit großen Spannweiten langsam laufende HVLS-Ventilatoren mit großem Durchmesser bevorzugt werden. Die zweite Gruppe hat sich in den letzten Jahren bei Produzenten deutlich stärker durchgesetzt, da sie dasselbe Luftvolumen mit wesentlich weniger Strom bewegt. Im Folgenden erläutern wir Schritt für Schritt, was ein Umluftventilator im Gewächshaus bewirkt, wie er ausgewählt und wie er positioniert wird.

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Warum Wird die Luft im Gewächshaus Stagnierend?

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Die Gewächshausabdeckung schützt die Pflanzen, indem sie den Wind von außen abschirmt. Dieser Schutz hat jedoch auch einen Nachteil: Im Inneren fehlt eine natürliche Kraft, die die Luftbewegung in Gang setzt. Wenn Sonnenlicht durch die Abdeckung dringt und den Boden erwärmt, steigt die erwärmte Luft nach oben und sammelt sich im Dachbereich. In Bodennähe bleibt es vergleichsweise kühl. Besonders in hohen Gewächshäusern kann der Temperaturunterschied 5 bis 8 Grad erreichen.

Die zweite Folge dieser Schichtung zeigt sich an der Blattoberfläche. Wo die Luft stillsteht, bildet sich direkt über dem Blatt eine dünne, stagnierende Luftschicht. Da die Pflanze weiter transpiriert, steigt die Feuchtigkeit in dieser Schicht schnell an. Kann das Blatt keinen Wasserdampf mehr an die gesättigte Umgebungsluft abgeben, verlangsamt sich die Transpiration; gleichzeitig sinkt auch die Aufnahme von Kalzium und anderen Nährstoffen, die über die Wurzeln transportiert werden.

Nachts ist die Situation noch kritischer. Wenn die Sonne untergeht, kühlt die Oberfläche der Abdeckung schnell ab. Trifft die warme, feuchte Innenluft auf diese kalte Oberfläche, beginnt die Kondensation. Tropft das Wasser direkt auf Blätter und Früchte, entstehen ideale Bedingungen für Krankheiten. Wird die Luft dagegen ständig bewegt, nimmt der Temperaturunterschied ab und die Kondensation bleibt deutlich geringer.

Vorteile von Umluftventilatoren für das Gewächshausklima

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Die Wirkung des Ventilators beschränkt sich nicht auf einen einzigen Bereich. Nahezu alle physikalischen Bedingungen im Gewächshaus stehen direkt mit der Luftbewegung in Zusammenhang:

  • Temperaturausgleich: Die unter dem Dach angesammelte warme Luft wird nach unten geführt und die Temperatur im gesamten Gewächshaus gleichmäßiger verteilt. In Heizperioden bedeutet dies unmittelbar eine Einsparung beim Brennstoffverbrauch.
  • Feuchtigkeitsverteilung: Die stagnierende Luftschicht an der Blattoberfläche wird kontinuierlich erneuert, sodass lokale Feuchtigkeitsansammlungen vermieden werden.
  • Weniger Kondensation: Die Tropfenbildung unter der Abdeckung nimmt deutlich ab; dadurch werden Flecken und Verbrennungen durch herabtropfendes Wasser reduziert.
  • Kohlendioxidzirkulation: Das von der Pflanze verbrauchte Kohlendioxid nimmt in Blattnähe ab. Die Luftbewegung führt den Blättern kontinuierlich frisches Kohlendioxid zu und trägt dazu bei, die Photosyntheserate aufrechtzuerhalten.
  • Gleichmäßiges Wachstum: Die Entwicklungsunterschiede zwischen Pflanzen an den verschiedenen Enden des Gewächshauses nehmen ab, wodurch die Ernte zeitlich gleichmäßiger erfolgen kann.
  • Effizienz bei Pflanzenschutzanwendungen: Versprühte Lösungströpfchen verteilen sich gleichmäßiger und erreichen auch die unteren Blätter der Pflanzen.

Ein Großteil dieser Vorteile ist bereits in der ersten Saison sichtbar. Besonders die Einsparungen bei den Heizkosten sind ein wesentlicher Faktor für eine kürzere Amortisationszeit der Investition.

Zusammenhang Zwischen Feuchtigkeitskontrolle und Pflanzenkrankheiten

Ein erheblicher Teil der Pilzkrankheiten im Gewächshausanbau ist feuchtigkeitsbedingt. Erreger wie Echter Mehltau, Grauschimmel und Falscher Mehltau breiten sich besonders dann aus, wenn Blattoberflächen über längere Zeit nass bleiben. Die praktischste Möglichkeit, die Blattnässedauer zu verkürzen, besteht darin, die Luft in Bewegung zu halten.

In einem Gewächshaus mit laufendem Umluftventilator verdunstet Wasser auf den Blattoberflächen deutlich schneller als bei stagnierender Luft. Dadurch wird die für die Keimung von Krankheitserregern notwendige Zeit unterbrochen. In der Praxis berichten viele Produzenten, dass sie nach der Installation von Ventilatoren die Häufigkeit von Pflanzenschutzbehandlungen reduzieren konnten.

Feuchtigkeit spielt auch am Boden eine Rolle. Nach der Bewässerung kann sich dort angesammelte Feuchtigkeit ohne Luftbewegung stundenlang halten und Wurzelhals- sowie Wurzelfäule begünstigen. Der vom Ventilator erzeugte Luftstrom nach unten trocknet auch diesen Bereich. Das gleiche Prinzip gilt in geschlossenen Tierhaltungsgebäuden; wenn Sie das Thema ausführlicher betrachten möchten, erklärt unser Beitrag über Kondensations- und Feuchtigkeitsprobleme in Ställen dasselbe Prinzip anhand eines anderen Gebäudetyps.

Ventilatorauswahl Nach Gewächshaustyp und -größe

Der erste Wert bei der Auswahl eines Ventilators ist der Luftvolumenstrom, also die Luftmenge, die pro Zeiteinheit bewegt wird. Als allgemeine Faustregel gilt, dass pro Stunde mindestens das Doppelte des Gewächshausvolumens umgewälzt werden sollte. Bei einem 1.000 Quadratmeter großen Gewächshaus mit durchschnittlich 4 Metern Höhe beträgt das Volumen 4.000 Kubikmeter; in diesem Fall sollte die gesamte Ventilatorleistung nicht unter 8.000 Kubikmetern pro Stunde liegen.

Das zweite Kriterium ist die Deckenhöhe. In niedrigen Tunnelgewächshäusern reichen klein dimensionierte, schnell laufende horizontale Umluftventilatoren aus. In Glas- oder Polycarbonatgewächshäusern mit 4 Metern Höhe oder mehr sind dagegen groß dimensionierte, langsam laufende Ventilatoren deutlich wirksamer. Sie drücken eine breite Luftsäule langsam nach unten und sorgen für Bewegung, ohne die Pflanzen einem starken Windstress auszusetzen. Produktgruppen und technische Daten können Sie auf unserer Seite zu HVLS-Ventilatormodellen vergleichen.

Das dritte Kriterium ist die Luftgeschwindigkeit. Auf Pflanzenhöhe wird eine Geschwindigkeit von 0,3 bis 0,7 Metern pro Sekunde angestrebt. Unterhalb dieses Bereichs kann die Schichtung nicht ausreichend aufgebrochen werden; oberhalb können mechanische Blattschäden und übermäßige Transpiration auftreten. Der richtige Ventilator ist daher nicht derjenige mit der höchsten Geschwindigkeit, sondern derjenige mit einem gleichmäßigen, großflächig verteilten Luftstrom.

Die Berechnungsmethode finden Sie mit praktischen Beispielen in unserem Beitrag über den Stromverbrauch von Lüftungsventilatoren .

Wie Wird die Ventilatorplatzierung Richtig Geplant?

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Das Hauptziel der Platzierung besteht darin, im Gewächshaus einen geschlossenen Luftkreislauf zu erzeugen. Die Luft wird von einer Seite aus bewegt, erreicht die gegenüberliegende Wand und kehrt seitlich oder über den Dachbereich zum Ausgangspunkt zurück. Wird dieser Kreislauf nicht vollständig geschlossen, bleiben Teile des Gewächshauses nahezu unbewegt und das Problem wird nur teilweise gelöst.

Bei horizontalen Umluftventilatoren beträgt der Abstand zwischen zwei Ventilatoren in der Regel das 10- bis 15-Fache des Ventilatordurchmessers. Die Ventilatoren werden parallel zu den Pflanzenreihen auf derselben Linie angeordnet und alle in dieselbe Richtung ausgerichtet. Gegenüberliegende Ventilatoren stören den Luftstrom gegenseitig, weshalb eine entgegengesetzte Ausrichtung vermieden werden sollte.

Ein praktisches Beispiel zur benötigten Ventilatoranzahl finden Sie unter Wie viele HVLS-Ventilatoren werden für 1000 m² benötigt? .

Die Montagehöhe wird häufig übersehen. Hängt der Ventilator zu dicht über den Pflanzen, entsteht direkt darunter ein starker Luftstrom in einem engen Bereich, während sich außen herum tote Zonen bilden. Bei ausreichender Montagehöhe verbreitert sich der Luftstrom auf dem Weg nach unten und deckt eine größere Fläche gleichmäßiger ab.

Unterschied Zwischen Sommer- und Winterbetrieb

Im Sommer besteht die Hauptaufgabe des Umluftventilators darin, einen kühlenden Effekt zu erzeugen. Bewegte Luft beschleunigt die Verdunstung an den Blattoberflächen und auf der Haut der Beschäftigten und senkt dadurch die gefühlte Temperatur um mehrere Grad. In dieser Zeit laufen die Ventilatoren meist mit höherer Drehzahl in Kombination mit der Fensterlüftung.

Im Winter ändert sich das Ziel vollständig. Jetzt geht es nicht mehr um Kühlung, sondern darum, die unter dem Dach angesammelte Wärme nach unten zu bringen. Ein großer Teil der vom Heizsystem erzeugten warmen Luft steigt direkt nach oben und entweicht über die Abdeckung. Führt der Ventilator diese Luft wieder auf Pflanzenhöhe zurück, verkürzt sich die Laufzeit der Heizung. Daher werden die Ventilatoren im Winter mit niedriger Drehzahl, aber kontinuierlich betrieben.

In den Übergangszeiten ist nächtliche Kondensation das Hauptproblem. An Tagen mit warmen Tages- und kühlen Nachttemperaturen bilden sich unter der Abdeckung viele Tropfen. Wenn die Ventilatoren die ganze Nacht mit niedriger Drehzahl laufen, lässt sich dieses Problem weitgehend vermeiden. Drehzahlgeregelte Modelle ermöglichen es, alle drei Szenarien mit einem einzigen System zu steuern.

Checkliste Vor der Installation

Vor der Bestellung sollten einige Punkte geklärt werden:

  • Geschlossene Gewächshausfläche, Deckenhöhe und Dachform
  • Kulturart, Pflanzenhöhe und Reihenabstände
  • Leistung des vorhandenen Heiz- und Lüftungssystems
  • Belastbarkeit der Elektroinstallation und Position des Schaltschranks
  • Tragfähigkeit der Dachkonstruktion für das Ventilatorgewicht
  • Zielbereiche für Temperatur und Luftfeuchtigkeit während der Saison
  • Zugänglichkeit der Ventilatoren für Wartung und Reinigung

Sind diese Informationen geklärt, lassen sich Ventilatortyp, Anzahl und Platzierung ohne Schätzungen berechnen. Auch die Wartung ist relativ einfach: Staub und landwirtschaftliche Rückstände auf den Flügeln werden zweimal pro Saison entfernt, Motoranschlüsse und Aufhängungselemente werden visuell kontrolliert. Direktantriebsmodelle kommen ohne Riemen und Riemenscheiben aus, wodurch sich der Wartungsaufwand weiter reduziert.

Kurz gesagt ist ein Umluftventilator im Gewächshaus kein reines Komfortgerät, sondern ein Produktionsmittel, das den Ertrag direkt beeinflusst. Mit der richtigen Leistung und an den richtigen Positionen reduziert er gleichzeitig Temperaturunterschiede, Feuchtigkeitsansammlungen und Krankheitsdruck. Für eine passende Lösung für Ihr Gewächshaus nutzen Sie unsere Remair-Fan-Kontaktseite und kontaktieren Sie unser Team.

Häufig Gestellte Fragen zur Verwendung von Umluftventilatoren im Gewächshaus

Was macht ein Umluftventilator im Gewächshaus? Erwärmt oder kühlt er die Luft?

Ein Umluftventilator erwärmt oder kühlt die Luft nicht direkt. Er arbeitet unabhängig von Heizgeräten und Lüftungsfenstern; seine Hauptaufgabe besteht darin, die Luftschichtung im Gewächshaus aufzubrechen und die unter dem Dach angesammelte warme Luft auf Pflanzenhöhe zurückzuführen, damit Temperatur und Luftfeuchtigkeit im gesamten Bereich gleichmäßiger verteilt werden.

Welche Probleme entstehen, wenn die Luft im Gewächshaus stagniert?

Bei stagnierender Luft sammelt sich Wärme unter dem Dach, während der Boden kühl und feucht bleibt. Die feuchte, gesättigte Luftschicht an der Blattoberfläche verlangsamt die Transpiration und die Kalziumaufnahme über die Wurzeln. Nachts kann Kondenswasser von der abgekühlten Abdeckung auf die Blätter tropfen und dadurch Pilzkrankheiten wie Echten Mehltau, Grauschimmel und Falschen Mehltau begünstigen.

Welcher Umluftventilator sollte je nach Gewächshaustyp und -größe gewählt werden?

In niedrigen Tunnelgewächshäusern sind klein dimensionierte horizontale Umluftventilatoren unter dem Dach in der Regel ausreichend. In großen Glas- oder Polycarbonatgewächshäusern mit 4 Metern Höhe oder mehr werden dagegen langsam laufende HVLS-Ventilatoren mit großem Durchmesser bevorzugt. HVLS-Ventilatoren bewegen dasselbe Luftvolumen bei deutlich geringerem Stromverbrauch.

Wie hoch sollten die ideale Ventilatorleistung (Luftvolumenstrom) und die Luftgeschwindigkeit im Gewächshaus sein?

Als allgemeine Regel sollte die gesamte Ventilatorleistung pro Stunde mindestens das Doppelte des Gewächshausvolumens umwälzen können (zum Beispiel mindestens 8.000 m³/h bei einem Volumen von 4.000 m³). Die ideale Luftgeschwindigkeit auf Pflanzenhöhe liegt zwischen 0,3 und 0,7 Metern pro Sekunde; damit wird die stagnierende Grenzschicht aufgebrochen, ohne die Pflanzen Windstress auszusetzen.

Was ist der wichtigste Unterschied zwischen Sommer- und Winterbetrieb von Umluftventilatoren?

Im Sommer laufen die Ventilatoren mit höherer Drehzahl, um die Verdunstung an den Blattoberflächen zu beschleunigen und einen kühlenden Effekt zu erzeugen. Im Winter geht es nicht um Kühlung, sondern darum, warme Luft unter dem Dach nach unten zu führen und Heizenergie zu sparen; deshalb laufen die Ventilatoren mit niedriger Drehzahl, aber kontinuierlich.

Worauf ist bei der Planung der Ventilatorplatzierung im Gewächshaus zu achten?

Im Gewächshaus sollte ein kontinuierlicher Luftkreislauf entstehen. Bei horizontalen Umluftventilatoren sollte der Abstand zwischen zwei Ventilatoren dem 10- bis 15-Fachen des Ventilatordurchmessers entsprechen; die Ventilatoren sollten in dieselbe Richtung zeigen und nicht gegeneinander arbeiten. Bei HVLS-Ventilatoren muss die Montagehöhe zur Deckenhöhe passen und die Fläche in kreisförmige Abdeckungsbereiche eingeteilt werden.

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